Nachrichten

Risiko für Hitzewellen in Deutschland steigt
Der Deutsche Wetterdienst hat in einer Übersicht für einige Städte die markantesten Hitzewellen seit 1950 zusammengestellt, die seit den 1980er Jahren für alle untersuchten Städte eine Zunahme der Häufigkeiten der genannten Hitzeperioden zeigt.
"So traten in Hamburg als Beispiel für eine norddeutsche Großstadt solche Extremereignisse vor 1994 noch gar nicht auf. Des Weiteren gibt es einen Nord-Süd-Gradient in der Häufigkeit und in der Intensität der hier untersuchten Hitzeperioden. Während in den nördlicher liegenden Städten die höchsten mittleren Tagesmaxima der Hitzeperioden unter 33°C liegen (Hamburg: 31,8°C, Dresden: 32,7°C), wird dieser Wert in den südlichen Großstädten mehrfach überschritten (Mannheim: 1952, 1976, 2003, 2006, 2015, München: 1983, 2003, 2006, 2013, 2015, Frankfurt: 1976, 2003, 2006, 2015). Bei der Hitzewelle 2003 fielen die mittleren Tagesmaxima in Dresden und Hamburg mit knapp über 30°C vergleichsweise gering aus, da dieses Ereignis insbesondere Westeuropa und den westlichen und südlichen Teil Deutschlands traf, wie auch andere Auswertungen zeigten."
dwd.de  19.06.2017


EMDR ohne Augenbewegungen? Fachverband EMDRIA widerspricht
Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (DPGM) hatte im März auf eine Studie hingewiesen, nach welcher der Erfolg der EMDR-Therapie nicht davon abhänge, dass die Augen sich tatsächlich bewegten (dgpm.de). Der Fachverband für Anwender der psychotherapeutischen Methode EMDR (EMDRIA Deutschland e.V.) bedauert, dass die Ergebnisse der genannten Studie in dem Medien sehr verkürzt dargestellt worden seien.
weiterlesen... 15.05.2017


Wieso schlägt die wissenschaftliche Aufklärung in den gegenwärtigen Krisenzeiten in Irrationalität um?
Ende April protestierten viele im Science March gegen eine wissenschaftsfeindliche Politik, die vornehmlich bei US-Präsident Donald Trump verortet wurde. Nach der Auffassung von Detlef Buchsbaum, der sich in seiner Kritik auf Max Horkheimers und Theodor W. Adornos "Dialektik der Aufklärung" bezieht, wiesen die Proteste eine merkwürdige Schlagseite auf, bei der jegliche kritische Selbstreflexion der Wissenschaft unterblieb:
"Der Hass vieler Trump-Anhänger gegen den Wissenschaftsbetrieb wird somit nicht nur durch entsprechende Wirtschaftslobbys - etwa der Klimaleugner - angefacht, er resultiert auch aus den unverstandenen alltäglichen Erfahrungen, wenn etwa neue wissenschaftliche Innovationen Arbeitsplätze vernichten. Die Absurdität einer anachronistischen Gesellschaftsformation, in der zunehmende Effizienz zu zunehmendem Elend führt, wird von der populistischen Anhängerschaft Trumps nicht erkannt."
heise.de 07.05.2017


Einsatz von Microsoft-Produkten in staatlichen Behörden mit Rechtsstaat unvereinbar?
Der ehemalige IT-Chef der Bundesregierung warnt davor, dass Europa die Kontrolle über die IT-Infrastruktur verlieren könnte. Auf vielen Rechnern in Ministerien und Ämtern ist Software aus den USA installiert. "Das technische Risiko gehe einher mit einer politischen Gefahr, sagte der grüne Europa-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht, der als Vater des EU-Datenschutzgesetzes gilt, dem 'Tagesspiegel'. Microsoft unterliege US-amerikanischem Recht. Damit könne Washington das Unternehmen jederzeit zwingen, US-Behörden dabei zu helfen, Zugang zu den Daten ausländischer Behörden oder Bürger zu bekommen. Darum sei  der Einsatz der Microsoft-Produkte in staatlichen Behörden 'mit dem Rechtsstaat nicht mehr vereinbar', meint Albrecht."
n-tv.de 09.04.2017


EMDR-Traumatherapie ohne Augenbewegungen
Das Kürzel EMDR steht für "Eye Movement Desensitization and Reprocessing", zu Deutsch: Desensibilisierung und Aufarbeitung mithilfe von Augenbewegungen. Diese Therapieform dient der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen.
"Eine aktuelle Studie deutet nun jedoch darauf hin, dass der Erfolg der Therapie nicht davon abhängt, dass die Augen sich tatsächlich bewegen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) betont, wirft das Ergebnis Fragen zum Mechanismus der Therapie auf."
dgpm.de 30.03.2017


Menschengemachte Umweltkatastrophe vor 1.800 Jahren
Lange nahmen Historiker an, dass vor rund 2000 Jahren im Nordwesten Chinas  Klimaveänderungen ursächlich waren für das Austrocknen des Lop-Nor-Sees und den Niedergang der Oasenstadt Loulan. Ein Forscherteam am Helmholtz Zentrum Potsdam kommt zu dem Schluss, dass die Umweltkatastrophe menschengemacht war.
"Es lag doch nicht am Klimaumschwung: Der Untergang des chinesischen Königreichs Loulan ist eng mit dem Schicksal des Lop-Nor-Sees verknüpft. Dieser trocknete wahrscheinlich aus, weil zu viel Wasser aus den Zuflüssen für die Landwirtschaft abgezweigt wurde, wie Forscher nun berichten."

scinexx.de 30.03.2017


Alpen: weniger Schnee, weniger Wasser
Schlechte Nachrichten für den Alpenraum: künftig wird die Schneesaison in den Alpen immer kürzer und spärlicher ausfallen.
"Gibt es mehrere Winter lang kaum oder kein Schnee, wäre die Lebensgrundlage von Zehntausenden von Menschen in der Alpenregion bedroht.  Die Folgen reichen dabei weit über die Skigebiete hinaus: Weil durch den spärlichen Schnee auch das Schmelzwasser weniger wird, könnten die Flüsse der Alpenregion dadurch im Sommer weniger Wasser führen als bisher. Das hätte für Landwirtschaft, die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft, aber auch die Schifffahrt spürbare Folgen."
scinexx.de 17.02.2017


Trump: radikale Einschnitte in Wissenschaft und Kunst
"Präsident Trump beendet die staatliche Förderung der Geisteswissenschaften - Pünktlich zur Vereidigung von Donald Trump zum 45. amerikanischen Präsidenten wurde bekannt, dass seine Regierung beabsichtigt, den National Endowment for the Humanities (NEH)  aufzulösen. Der NEH hat seit 1965 jährlich zuletzt 148 Mio. Dollar an Mitteln für Forschungsprojekte in den Geisteswissenschaften vergeben, aber auch für Stipendien und Fellowships, die Förderung von indigener Kultur, zur Bewahrung kulturellen Erbes, für Digital Humanities und Medienproduktionen zur kulturellen Bildung." 
spektrum.de 21.01.2017


Wir brauchen kein Wahrheitsministerium
Wieso muss staatlicherseits ein Abwehrzentrum gegen Fake-News und Desinformation eingerichtet werden, sozusagen ein Wahrheitsministerium? Unsinn, Irrtum und Lüge als solche kenntlich zu machen, ist doch schließlich ureigenste Aufgabe der journalistischen Medien.
 

"Fake-News und Getwitter-Wolken: Wir brauchen keinen Antipropaganda-Minister -  Wir sollen dem Staat auf die Finger schauen. Wenn wir es dem Staat allein überlassen, Falsches vom Richtigen zu unter­scheiden, dann haben wir Zensur - wenn auch noch so gut gemeint und wenn auch aus noch so ehrbarem Grund initiiert."
kress.de 16.01.2017

"Ausgerechnet „Correctiv“ soll Facebook von Falschmeldungen befreien? - Es ist ein Unding, dass ein Weltkonzern, der mit der Werbung in nutzergenerierten Meldungen Milliardengewinne erzielt, bereits auf den kleinsten Druck der Politik nachgibt und sich Akteure mit ins Boot holt, denen es mehr um Meinungsmache als um Meinungsfreiheit geht."
nachdenkseiten.de 16.01.2017


Psychologie-Laborstudien oft fragwürdig
Viele Psychologie-Laborstudien bilden nicht die reale Lebenssituation von Menschen ab: "Die Psyche des Menschen ist komplexer - Viele Studien entstehen unter äußerst künstlichen Bedingungen. Ihre Ergebnisse unterscheiden sich abhängig von der angewandten Berechnungsmethode."
spektrum.de 10.01.2017


Photoshop für Audio
Adobe arbeitet an einer Art Photoshop für Audio. Es handelt sich um das "Projekt VoCo",  ein Werkzeug, das aus geschriebenem Text gesprochenes Wort mit beliebiger realer Stimme macht: "O-Töne aus der Maschine? Adobes „Project VoCo“ könnte Radiowelt auf den Kopf stellen - Ein Zweifel, der Radiomacher künftig in Erklärungsnot bringen wird. Denn wie sollen sie beweisen, dass ihre O-Töne nicht manipuliert und synthetisiert sind?"
BLM plus 10.01.2017


Tierdokus helfen den Tieren nicht
Skepsis gegenüber der Hoffnung, Tierdokus könnten den Natur- und Artenschutz fördern: "The BBC’s Planet Earth II did not help the natural world - Yet these programmes are still made as if this worldwide mass extinction is simply not happening. The producers continue to go to the rapidly shrinking parks and reserves to make their films – creating a beautiful, beguiling fantasy world, a utopia where tigers still roam free and untroubled, where the natural world exists as if man had never been. By fostering this lie they are lulling the huge worldwide audience into a false sense of security." 
the guardian 01.01.2017