“Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die  Wissenschaft.“ (Friedrich Nietzsche)

 

 

 

Forschungsförderung für Großunternehmen
01.03.2019

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will ab 2020 deutsche Unternehmen mit fünf Milliarden Euro subventionieren, damit sie besser forschen können. Die Gelder für die Forschungsförderung werden auf vier Jahre verteilt. Ursprünglich hatte die SPD gefordert, nur kleine und mittlere Firmen zu unterstützen, denn diese hätten die Unterstützung eher nötig. Auf diesem Standpunkt steht auch die Opposition. Das wurde jetzt gestrichen. Die Gelder werden wahrscheinlich vorzugsweise in die Projekte von Großunternehmen fließen.

Anstatt Großunternehmen zu beschenken, bei denen diese Subventionen wahrscheinlich als Mitnahmeeffekte ins Leere laufen, sollte die Regierung besser die Hochschulen fördern.


Vom Lebensraum zum Businessplatz. Die Innenstadt heißt heute City
21.01.2019

Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit hat die Städte mehr zerstört als die Bomben. Diese zweite Zerstörung der Städte ist kaum weniger gravierend als die des Weltkriegs. Nach dem Krieg wurden zahlreiche Baudenkmäler und historische Gebäude abgerissen, Unregelmäßiges, Gewachsenes hatte keinen Platz mehr und wurde zerstört. Das Credo der Modernen Stadt lautete: Das Stadtzentrum soll in erster Linie dem Geschäftsleben dienen: hier wird gearbeitet und eingekauft. Gewohnt und gelebt werden soll außerhalb der Innenstadt in anliegenden Wohngegenden.
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Auf dem Weg zur marktkonformen Wissenschaft
30.11.2018

Immer mehr Industriegelder fließen in die Hochschulen, regelmäßig finanzieren Wirtschaftsunternehmen die Forschung. Die unabhängige Expertise gerät ins Hintertreffen.
Unter dem Druck globaler Verwertungsinteressen und knapper öffentlicher Mittel tritt Grundlagenforschung immer mehr zurück zugunsten anwendungsnaher Forschung. Parallel zu einer marktkonformen Demokratie hat sich eine marktkonforme Wissenschaft herausgebildet. Diese post-akademische Wissenschaft erzeugt kein öffentliches Wissen mehr, sondern privatisiert das Wissen und schottet es ab. Forschungsergebnisse werden als sogenannte Betriebsgeheimnisse geheim gehalten.
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Wissenschaften in der Krise
19.11.2018

Vom 19. bis 21. November 2018 findet das Bremer Forum für Wissenschaftsjournalismus „Wissenswerte“ statt. Ein Anlass, über den Zustand des Wissenschaftsbetriebs nachzudenken.

Vor rund 400 Jahren beschrieb Francis Bacon die Vision eines Neu-Atlantis. Mit seinem wissenschaftlichen Paradigma der „unverfälschten Erfahrungen“ erwartete er optimistisch einen raschen naturwissenschaftlichen Fortschritt. Heute scheint dieses Programm die Grenzen des Möglichen erreicht zu haben. Die aus der Naturwissenschaft entwickelte Technik hat die Natur weltweit erobert, zugleich aber auch die Bewohner dieses Planeten an die Grenze des Machbaren geführt. Die Naturwissenschaften stecken in der Krise. Der explosiven Vermehrung von Wissen über die Natur steht die ungewollte Zerstörung der Natur gegenüber. Wandeln sich die Naturwissenschaftler von Problemlösern zu Problemverursachern?
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